Beitrag im Wissenschaftsmagazin ‚fundiert‘

fundiert

Das Wissenschaftsmagazin der Freien Universität Berlin fundiert hat für seine neue Ausgabe zum Thema ‚Kommunikation‚ meinen Chef, Martin Emmer, und mich zu aktuellen Entwicklungen im Bereich ‚Fernsehen und Internet‘ sowie – damit verbunden – zu unserem Forschungsprojekt interviewt. Entstanden ist daraus ein lesenswerter Beitrag über die „Zukunft auf dem Schirm“. Den Beitrag gibt es hier zu lesen.

Beitrag auf DRadio Wissen über Conversational Journalism

Für die Redaktionskonferenz von DRadio Wissen hat mich Anne-Katrin Eutin, mit der ich kürzlich über die Filter Bubble gesprochen habe, zum Thema „Conversational Journalism“ interviewt. In den USA wird die dialogorientierte Verbreitung von Nachrichten bereits seit einiger Zeit im Zusammenhang mit der Quartz-App diskutiert. Nun gibt es mit Resi auch für den deutschen Nachrichtenmarkt ein solches Angebot. Den Radiobeitrag mit mir gibt es hier zu hören.

Beitrag auf couchFM zum Thema Filter Bubble

Für das Berliner Campusradio couchFM habe ich kürzlich mit Anne-Katrin Eutin über das Thema Filterblase gesprochen. Sie hat das Gespräch aufgezeichnet und daraus einen netten, kurzen Beitrag gebastelt, den es nun hier zu hören gibt. Die These, dass wir im Internet durch die verschiedenen Algorithmen von Facebook, Google und Co. zunehmend eine Meinungsblase zusammenpersonalisiert bekommen, steht nicht erst seit dem TED-Talk von Eli Pariser im Raum, hat durch ihn aber große Prominenz erlangt. In einem Beitrag für den Sammelband „Digitale Methoden in der Kommunikationswissenschaft“ (Maireder, Ausserhofer, Schumann & Taddicken, 2015) haben Martin Emmer und ich diese These für die Suchmaschine Google mal in einer kleinen Studie überprüft. Das Ergebnis:

„Über alle Suchenden hinweg war in Paarvergleichen im Durchschnitt etwa die Hälfte der jeweiligen Quellen gleich, in nur einem von 240 Einzelpaarungen wurden vollkommen identische Suchergebnisse ermittelt, und auch hier nicht in der identischen Reihenfolge. Die geringste Übereinstimmung lag bei nur 20 Prozent bzw. zwei von zehn Quellen.“ (S. 291)

Der vollständigen Beitrag „Stichprobenziehung für Online-Inhaltsanalysen: Suchmaschinen und Filter Bubbles“ ist hier frei zugänglich zu lesen.

Beitrag im ZEITmagazin über lineares Fernsehen

Vor einigen Wochen kam der Journalist Matthias Stolz zu uns ins Institut und hat Martin Emmer und mich zur Fernsehnutzung in Deutschland und unserer aktuellen Forschung interviewt. In dieser Woche ist sein lesenswerter Artikel zum Thema im ZEITmagazin erscheinen, unter anderem auch mit den Kolleginnen Teresa Naab, Arne Zillich und Anne Bartsch. Seit heute gibt es den Beitrag auch online.

Kreuzberger Narrativ

kotti

Seit einigen Wochen wird in vielen Medien verstärkt über meine Nachbarschaft berichtet. Das Kottbusser Tor in Kreuzberg, so der überwiegende Tenor, sei in den vergangenen Monaten zur No-Go-Area geworden, zu einem Ort zum Fürchten, einem Platz der Gesetzlosen und Verdammten. Ich wohne nun seit rund vier Jahren zwischen Kottbusser Tor und Görlitzer Park – dem anderen Kreuzberger Sorgenkind – und wundere mich gerade über die ganze Aufregung, da ich von der „Explosion der Kriminalität“ bisher nicht viel mitbekommen habe. Vor allem aber ärgert mich, wie eine direkte Verbindung zwischen dieser angeblichen Entwicklung und Geflüchteten gezogen wird.

Schaut man sich einige der vielen Beiträge, die zur derzeitigen Lage am Kottbusser Tor geschrieben und gesendet worden sind, einmal an, offenbart sich schnell das dominierende Narrativ der aktuellen Berichterstattung: Das Kottbusser Tor sei schon lange ein sozialer Brennpunkt mit Gewalt- und Drogenproblemen, im vergangenen Jahr aber habe sich die Situation schlagartig verschlechtert. Dann wird eine Polizeistatistik zitiert, derzufolge sich die Anzeigen wegen Diebstahls am „Kotti“ von 2014 bis 2015 mehr als verdoppelt hätten und auch die Zahlen der Raubdelikte, Körperverletzungen und Fälle von Drogenhandel angestiegen seien. Zurückgeführt werden könne dies – so der Narrativ weiter – vor allem auf dealende und/oder antanzende Nordafrikaner und Araber, die seit ein paar Monaten vermehrt am Kottbusser Tor ihr Unwesen treiben würden:

Weiterlesen

Gastauftritt bei #1968kritik

1968kritik

Vom 12. bis 14. Februar waren Alexandra Keiner und ich bei Stefan M. Seydel zu Gast in Zürich, um dort unter anderem mit ihm, Regula Stämpfli und Moritz Klenk zu podcasten. Der (noch recht junge) Podcast der drei heißt 1968kritik.de und widmet sich den Möglichkeiten, Bedingungen, Hintergründen, Formen und Auswirkungen von Kritik. Verknüpft war die Runde außerdem mit einem Besuch eines Talks von Slavoj Žižek in der Gessnerallee. Auch darüber wurde gesprochen. Die drei Aufnahmen stehen seit kurzem online.

Im ersten Podcast an diesem Wochenende (Folge 18 und Folge 19) ging es unter anderem um Anfang und Ende als Interpunktionen oder Unterscheidungen sowie um das Symposium »Was ist Kritik?«, das Alexandra, Moritz und ich eine Woche zuvor in Berlin besucht haben. Im zweiten Podcast (Folge 20) sprachen wir dann gleich im Anschluss an den Žižek-Talk über dessen Thesen, unter anderem mit Lukas Bärfuss und Sandro Burkart (Gessnerallee). Auch wenn Teile dieser Gespräche mit veröffentlicht wurden, die ich aus hörbaren Gründen lieber nicht öffentlich zugänglich gemacht hätte, wünsche ich trotzdem viel Spaß beim Hören.

Tagung: Soziologie als Beruf

sozalsberuf

Vergangene Woche habe ich die Tagung „Soziologie als Beruf“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) besucht. Organisiert wurde sie von dem Ausschuss „Mittelbau in der DGS / Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft“ der DGS, der nach einem offenen Brief des soziologischen Nachwuchses an die Fachgesellschaft 2014 ins Leben gerufen wurde. Zur Zeit stehen Annekatrin Bock und ich als Nachwuchssprecher/in im intensiveren Austausch mit dieser Initiative, die Tagung war also eine gute Gelegenheit, mal zu sehen, wie die Nachwuchsarbeit in den anderen Fachgesellschaften so abläuft.

Die Tagung fand im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) statt und war sowohl professionell organisiert als auch sehr gut besucht. Eröffnet wurde sie mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wissenschaft als prekärer Beruf?“, die mitunter prominent besetzt war (siehe Bild oben). Mitgenommen habe ich aus der Diskussion vor allem zwei Punkte: Zum einen plädierte Otto Hüter (Uni Kassel) für eine Umstellung des deutschen Wissenschaftssystems von der Habilitation/Lehrstuhl- zur Tenure/Department-Struktur. Zum anderen schlug Andreas Keller (GEW) vor, den Zugang zur Promotion stärker zu beschränken und insbesondere Postdocs nur dann weiter zu beschäftigen, wenn sie auch eine reelle Aussicht auf eine unbefristete Anstellung haben. Beide Punkte stießen bei dem durchaus heterogen besetzten Podium durchweg auf Zustimmung.

Weiterlesen