Gastauftritt bei #1968kritik

1968kritik

Vom 12. bis 14. Februar waren Alexandra Keiner und ich bei Stefan M. Seydel zu Gast in Zürich, um dort unter anderem mit ihm, Regula Stämpfli und Moritz Klenk zu podcasten. Der (noch recht junge) Podcast der drei heißt 1968kritik.de und widmet sich den Möglichkeiten, Bedingungen, Hintergründen, Formen und Auswirkungen von Kritik. Verknüpft war die Runde außerdem mit einem Besuch eines Talks von Slavoj Žižek in der Gessnerallee. Auch darüber wurde gesprochen. Die drei Aufnahmen stehen seit kurzem online.

Im ersten Podcast an diesem Wochenende (Folge 18 und Folge 19) ging es unter anderem um Anfang und Ende als Interpunktionen oder Unterscheidungen sowie um das Symposium »Was ist Kritik?«, das Alexandra, Moritz und ich eine Woche zuvor in Berlin besucht haben. Im zweiten Podcast (Folge 20) sprachen wir dann gleich im Anschluss an den Žižek-Talk über dessen Thesen, unter anderem mit Lukas Bärfuss und Sandro Burkart (Gessnerallee). Auch wenn Teile dieser Gespräche mit veröffentlicht wurden, die ich aus hörbaren Gründen lieber nicht öffentlich zugänglich gemacht hätte, wünsche ich trotzdem viel Spaß beim Hören.

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Tagung: Soziologie als Beruf

sozalsberuf

Vergangene Woche habe ich die Tagung „Soziologie als Beruf“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) besucht. Organisiert wurde sie von dem Ausschuss „Mittelbau in der DGS / Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft“ der DGS, der nach einem offenen Brief des soziologischen Nachwuchses an die Fachgesellschaft 2014 ins Leben gerufen wurde. Zur Zeit stehen Annekatrin Bock und ich als Nachwuchssprecher/in im intensiveren Austausch mit dieser Initiative, die Tagung war also eine gute Gelegenheit, mal zu sehen, wie die Nachwuchsarbeit in den anderen Fachgesellschaften so abläuft.

Die Tagung fand im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) statt und war sowohl professionell organisiert als auch sehr gut besucht. Eröffnet wurde sie mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wissenschaft als prekärer Beruf?“, die mitunter prominent besetzt war (siehe Bild oben). Mitgenommen habe ich aus der Diskussion vor allem zwei Punkte: Zum einen plädierte Otto Hüter (Uni Kassel) für eine Umstellung des deutschen Wissenschaftssystems von der Habilitation/Lehrstuhl- zur Tenure/Department-Struktur. Zum anderen schlug Andreas Keller (GEW) vor, den Zugang zur Promotion stärker zu beschränken und insbesondere Postdocs nur dann weiter zu beschäftigen, wenn sie auch eine reelle Aussicht auf eine unbefristete Anstellung haben. Beide Punkte stießen bei dem durchaus heterogen besetzten Podium durchweg auf Zustimmung.

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Diskussion um Ethik-Kodex der DGPuK

Seit Mai 2014 bin ich – neben Alexander Filipović und Elisabeth Klaus – Mitglied des Ethik-Ausschusses der DGPuK. Eine unserer wichtigsten Aufgaben seither war die Erarbeitung eines (neuen) Ethik-Kodexes für die Fachgesellschaft. Nach langer und intensiver Arbeit wurde dieser Ethik-Kodex im Mai 2015 schließlich von der DGPuK-Mitgliederversammlung in Darmstadt mit großer Mehrheit verabschiedet. Seit Ende des vergangenen Jahres wird nun über eben dieses Dokument diskutiert.

Nachdem bereits im Vorfeld der Verabschiedung einige Kritik am Umfang und einzelnen Formulierungen des Kodexes geäußert wurde (siehe Protokoll), veröffentlichte Rudolf Stöber im Dezember-Heft der Fachzeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft unter der Überschrift „Kritik der Ethik – Ethik der Kritik“ seine kritische Position zum Kodex. Unter anderem plädiert er dort dafür, den Kodex zu revidieren (S. 576). Auch wenn der Ethik-Ausschuss einer Diskussion des Kodexes offen gegenübersteht, ist eine solche grundlegende Revision aus unserer Sicht zur Zeit weder notwendig, noch angebracht. Dies haben wir in einer Replik auf seinen Beitrag auch deutlich gemacht, indem wir dort auf jeden seiner Kritikpunkte explizit eingegangen sind. In jeweils eigenen Repliken antworteten außerdem auch Klaus-Dieter Altmeppen („Ethik ist kein Springteufel„) sowie Elke Grittmann und Ricarda Drüeke („Wissenschaft als Gesellschaftskritik – ein Einwurf„) kritisch auf Stöber.

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Workshop: Konvergente Fernsehnutzung

Gemeinsam mit meiner Kollegin Mareike Dötsch veranstalte ich auf der diesjährigen Tagung der DGPuK-Fachgruppe Rezeptions- und Wirkungsforschung in Amsterdam einen Workshop zum Thema „Konvergente Fernsehnutzung als Herausforderung für die Rezeptions- und Wirkungsforschung“ (Fr, 29.01.2016, 11:00-12:30 Uhr). Im Fokus des Workshops steht der fachliche Austausch über die bisherigen Erfahrungen mit der Erforschung der vielfältigen neuen Formen des konvergenten Fernsehens. Auf der Grundlage von uns vorbereiteter Arbeitsblätter gibt es zunächst drei Gruppendiskussionen zu den Themen „Nutzungssituation und -kontext“, „Diversifizierung der Nutzungsformen“ und „Medienrezeption und -wirkung“. Anschließend fassen wir die Diskussionen in den Gruppen zusammen und diskutieren sie gemeinsam im Plenum. Die Ergebnisse des Workshops werden protokolliert, nach der Tagung aufbereitet und später in Form eines Working Papers allen Interessierten zur Verfügung gestellt.

Interview zu Trends im TV-Bereich

Das pressesprecher – Magazin für Kommunikation hat mich zu den aktuellen Trends in der Nutzung von Bewegtbildinhalten interviewt. Unter anderem ging es um unser Forschungsprojekt zur Konvergenz von Fernsehen und Internet, Zuschauereinbindung in öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern, Formen der Second-Screen-Nutzung sowie um Chancen und Herausforderungen für werbetreibende Unternehmen. Das Interview gibt es hier.

Beitrag zur Proxy-Logfile-Analyse

proxy

Seit etwa zwei Jahren beschäftige ich mich – wann immer ich Zeit dazu finde – mit Möglichkeiten der automatisierten Messung von Computer- und Internetnutzung. Im November 2013 hatten Martin Emmer und ich dazu auf einer DGPuK-Fachgruppentagung in Wien einen ersten Vortrag gehalten, der sich mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Formen der Logfile-Analyse auseinandersetzte. Im vergangenen Jahr folgte ein zweiter Vortrag zur Proxy-Logfile-Analyse auf der DGPuK-Jahrestagung in Passau im vergangenen Jahr. Der entsprechende Beitrag ist nun im Tagungsband »Digitale Öffentlichkeit(en)« erschienen.

In dem Beitrag stellen wir – so wie bereits im ersten Vortrag in Wien – nochmals die unterschiedlichen Möglichkeiten der Logfile-Analyse samt ihrer Vor- und Nachteile für die sozialwissenschaftliche Nutzungsforschung vor. Dann gehen wir etwas genauer auf die Spezifika der Proxy-Logfile-Analyse ein, bei der die Internetnutzung bekannter Personen zentral und automatisiert erhoben und dann personenbezogen ausgewertet werden kann. Anhand der beispielhaften Erhebung einer kurzen Nutzungssession (und den in diesem Rahmen angefallenen Logdaten) zeigen wir dann Schritt für Schritt die Herausforderungen und Grenzen dieser Methode sowie mögliche Lösungsvorschläge auf. Die größten Herausforderungen sind demnach automatisierte Anfragen (im Hintergrund, vom Nutzer nicht intendiert), große Datenmengen und indirekte Beobachtungsdaten. Leider sind der Tagungsband und damit auch mein Beitrag nicht Open Access erschienen, sonst hätte ich ihn jetzt gerne verlinkt.