Diskussion um Ethik-Kodex der DGPuK

Seit Mai 2014 bin ich – neben Alexander Filipović und Elisabeth Klaus – Mitglied des Ethik-Ausschusses der DGPuK. Eine unserer wichtigsten Aufgaben seither war die Erarbeitung eines (neuen) Ethik-Kodexes für die Fachgesellschaft. Nach langer und intensiver Arbeit wurde dieser Ethik-Kodex im Mai 2015 schließlich von der DGPuK-Mitgliederversammlung in Darmstadt mit großer Mehrheit verabschiedet. Seit Ende des vergangenen Jahres wird nun über eben dieses Dokument diskutiert.

Nachdem bereits im Vorfeld der Verabschiedung einige Kritik am Umfang und einzelnen Formulierungen des Kodexes geäußert wurde (siehe Protokoll), veröffentlichte Rudolf Stöber im Dezember-Heft der Fachzeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft unter der Überschrift „Kritik der Ethik – Ethik der Kritik“ seine kritische Position zum Kodex. Unter anderem plädiert er dort dafür, den Kodex zu revidieren (S. 576). Auch wenn der Ethik-Ausschuss einer Diskussion des Kodexes offen gegenübersteht, ist eine solche grundlegende Revision aus unserer Sicht zur Zeit weder notwendig, noch angebracht. Dies haben wir in einer Replik auf seinen Beitrag auch deutlich gemacht, indem wir dort auf jeden seiner Kritikpunkte explizit eingegangen sind. In jeweils eigenen Repliken antworteten außerdem auch Klaus-Dieter Altmeppen („Ethik ist kein Springteufel„) sowie Elke Grittmann und Ricarda Drüeke („Wissenschaft als Gesellschaftskritik – ein Einwurf„) kritisch auf Stöber.

Dieser hat daraufhin mit einem weiteren, kurzen Beitrag („Diskussionen erwünscht, Änderungen nicht?“) auf diese Repliken geantwortet. Darin schlägt er vor, eine Redaktionskommission einzusetzen, „welche die Satzung gründlich diskutiert, überarbeitet und die Neufassung samt etwaigen Alternativvorschlägen auf der Jahrestagung 2017 den Mitgliedern vorlegt“ (S. 117). Für eine solche Neufassung sehen wir, wie gesagt, bisher keine überzeugenden Gründe. Auch die breite Zustimmung für die aktuelle Fassung des Ethik-Kodexes bei der Mitgliederversammlung in Darmstadt spricht aus unserer Sicht gegen eine solche grundsätzliche Revision durch eine eigens dafür eingesetzte Kommission. Das heißt allerdings nicht, dass wir – wie Stöber fragt – Änderungen am Kodex grundsätzlich ablehnen. Im Gegenteil unterstützen wir ja bereits in unserer Replik den Vorschlag, „die Norm der Wissenschaftsfreiheit in Absatz 2 der Präambel aufzunehmen“ (S. 98). Auch das Einholen und Einarbeiten kritischer Anmerkungen einiger Kolleginnen und Kollegen im Rahmen der Formulierung des Ethik-Kodexes sollte deutlich machen, dass wir Änderungen offen gegenüberstehen – wenn sie denn überzeugend begründet sind. Das Recht, über solche Änderungen zu entscheiden, liegt allerdings sowieso nicht beim Ethik-Ausschuss, sondern bei der Mitgliederversammlung der DGPuK, die die aktuelle Fassung ja mit breiter Mehrheit verabschiedet hat. Aus unserer Sicht ist es sinnvoller, dort über konkrete Änderungsvorschläge einzeln abzustimmen, anstatt die damit verbundenen Diskussionen in eine wie auch immer geartete Kommission auszulagern.

 

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