DFG-Projekt bewilligt

avertrag

Jetzt ist es endlich amtlich: Ab dem 1. Januar 2015 werde ich in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Forschungsprojekt zur Konvergenz von Fernsehen und Internet arbeiten. Gemeinsam mit meinem bisherigen Chef Martin Emmer sowie mit Joachim Trebbe und Ada Fehr untersuche ich in den nächsten drei Jahren aus Angebots- und Nutzungsperspektive die verschiedenen Formen dieses Phänomens, das aufgrund so eingängiger Schlagworte wie Second Screen, Social TV oder Smart TV zur Zeit viel Aufmerksamkeit erfährt. Nach mehr als zwei Jahren intensiver Vorbereitung freue ich mich nun sehr auf diese neue Aufgabe – vor allem weil jetzt mein Promotionsvorhaben und mein Job so schön zusammenfallen. 

Die Idee zu diesem Projekt ist uns im Juni 2012 während der beiden Antrittsvorlesungen von Martin Emmer und Joachim Trebbe gekommen. In ihren Vorträgen verwiesen damals beide auf die hohe Relevanz ihrer Forschungsgebiete ›Fernsehforschung‹ (Trebbe) und ›Internetnutzung‹ (Emmer) und nannten als Beispiel jeweils die Konvergenz von Fernsehen und Internet. Gleich nach der Veranstaltung sprach ich die beiden auf eine mögliche Zusammenarbeit an und sie waren sofort begeistert. Wir waren uns schnell einig, dass eine systematische Untersuchung dieses Phänomens notwendig und eine Zusammenführung von Angebots- und Nutzungsperspektive in diesem Bereich sinnvoll ist. Mit finanzieller Unterstützung der internen Forschungsförderung der FU Berlin machten wir uns dann in den Folgemonaten daran, einen Förderantrag bei der DFG zu stellen, der nun im August dieses Jahres bewilligt wurde.

In der Zwischenzeit wurde meine Kollegin Ada Fehr Teil des Projektteams, ich durfte für den Programmbericht 2012 einen Beitrag über Social TV schreiben, mit Martin Emmer habe ich auf der diesjährigen Jahrestagung der DGPuK in Passau eine kleine Studie über verschiedene Formen des Social TV im Rahmen der journalistischen Vor- und Nachberichterstattung über das Kanzlerduell 2013 vorgestellt (wird noch an anderer Stelle publiziert), es gab bereits zwei projektaffine Masterarbeiten an unserer Arbeitsstelle zu den Themen »Second Screen: Zur Erforschung der Parallelnutzung von TV und Internet. Eine empirische Untersuchung der Zuwendungsmotive zum zweiten Bildschirm« (Jana Pieritz) und »Twitter und das TV-Duell 2013: Eine Analyse der rezeptionsbegleitenden Kommunikation im Social Web« (Anne Weiße); und zur Zeit bieten Martin Emmer und ich ein Doppelseminar an, in dem die Studierenden eigenständige Forschungsprojekte zum Projektthema durchführen. Außerdem haben wir kürzlich einige Abschlussarbeiten ausgeschrieben, von denen wir uns weiteren Input erhoffen. Um das Forschungsprojekt herum entwickelt sich an unserer Arbeitsstelle also auch in der Lehre ein starker Themenschwerpunkt.

Die Projekt-Website befindet sich zur Zeit noch im Aufbau, veröffentlicht wurden bisher nur eine Pressemitteilung zur Bewilligung der DFG sowie ein kurzes Abstract auf den Seiten der DFG:

Das Phänomen der Digitalisierung hat nicht nur zur Entstehung des Internets geführt, sondern es spielt auch eine zentrale Rolle bei der Veränderung und Weiterentwicklung herkömmlicher Medien- und Kommunikationsformen. Jüngste Schlagworte wie Smart TV, Social TV oder Second Screen zeigen, dass diese Entwicklungen nun mit dem Fernsehen das bisherige Leitmedium unserer Gesellschaft erfasst haben. Aus wissenschaftlicher Perspektive sind die genannten, meist aus dem Marketing stammenden und theoretisch kaum unterfütterten Begrifflichkeiten jedoch nicht ausreichend, um die Konvergenz von Fernsehen und Internet zu beschreiben. Deren Konsequenzen für den kommunikationswissenschaftlichen Theoriebestand, aber auch für praktische Fragen etwa der Medienregulierung (die sich bisher an klar unterscheidbaren Medienangebotsformen orientiert) sind bisher weitgehend unklar.

Mit einer systematischen Beschreibung und Exploration der Konvergenzprozesse zwischen Fernsehen und Internet will das Projekt sich dieser Herausforderung stellen. Eine besondere Schwierigkeit stellt dabei die Dualität von technischer Entwicklung einerseits und sozialer Ausgestaltung durch Anbieter und Nutzer von Kommunikationsangeboten andererseits dar. Hier ist anzunehmen, dass neu entstehende Kommunikationsformen deutlich stärker erst durch deren Gebrauch definiert werden als dies bei klassischen Medien der Fall war bzw. ist.

Die aktuellen Veränderungen des Fernsehens sollen deshalb gleichzeitig aus Angebots- und Nutzungsperspektive untersucht werden. Dabei soll erstens unter Einsatz qualitativer und quantitativer Befragungen und Inhaltsanalysen geklärt werden, ob und wenn ja, welche neuen Angebots- und Nutzungsformen durch die Konvergenz von Fernsehen und Internet entstehen. Zweitens sollen dabei Erklärungsansätze für das Entstehen und die Nutzung neuer Angebote explorativ ermittelt werden. Dies soll drittens in einem Erklärungsmodell münden, das die konvergenten Angebots- und Nutzungsformen aufeinander bezieht und durch das sich sowohl digitale, multioptionale Medienangebote wie auch deren Realisierung in Nutzungshandlungen unabhängig von technischen Geräten zukünftig besser beschreiben und analysieren lassen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s