Erwachsener Nachwuchs

nachwuchs_2013

Foto: Nele Rieke/dgpuk2013mz | flickr.com

Als im September 2012 der medien- und kommunikationswissenschaftliche Nachwuchs auf dem 1. DGPuK-Nachwuchstag in Mainz erstmalig zusammenkam, wussten sich die beteiligten Jungwissenschaftler/innen noch gar nicht so richtig einzuordnen: Es war weder klar, wer zu diesem Nachwuchs zählen soll, noch, was dieser Nachwuchs als eine der größten Statusgruppen innerhalb der DGPuK eigentlich so alles will. Seither hat sich der Nachwuchs nicht nur diese Fragen beantwortet, sondern er ist zu einer gewichtigen Stimme innerhalb der Fachgesellschaft geworden. Zu verdanken ist dies vor allem der engagierten Nachwuchskommission, den beiden Nachwuchssprecher/innen sowie der großen Unterstützung durch den DGPuK-Vorstand.

Den Anfang gemacht haben allerdings andere: Im März 2010 veröffentlichten Christiane Eilders, Sven Engesser, Ralf Hohlfeld, Diana Ingenhoff, Corinna Lüthje, Thorsten Quandt und Carsten Reinemann ein Papier mit Vorschlägen zur Verbesserung der Nachwuchsförderung in der DGPuK. Die AG Nachwuchsförderung, die sich aus diesen sieben Personen zusammensetzte, war die Antwort der DGPuK auf die 2007 veröffentlichten »Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kommunikations- und Medienwissenschaften in Deutschland« des Wissenschaftsrates, der darin die Nachwuchsarbeit im Fach kritisierte (S. 31-32; 95-97). Mit Hilfe der erarbeiteten Vorschläge sollte die Nachwuchsförderung besser koordiniert und intensiviert werden. Sie bezogen sich dabei auf die folgenden fünf Punkte:

  1. Darstellung bereits bestehender Aktivitäten der Nachwuchsförderung
  2. Institutionalisierung der Nachwuchsförderung und Mitsprache des Nachwuchses
  3. Modifikation bestehender Aktivitäten
  4. Neue regelmäßige Aktivitäten
  5. Neue einmalige Aktivitäten der Nachwuchsförderung

Diesen fünf Punkten wurde sich seither intensiv gewidmet. Dabei wurden viele der formulierten Vorschläge und Forderungen bald schon umgesetzt, teilweise sogar übererfüllt; einige andere sind bisher noch unberücksichtigt geblieben:

Darstellung bereits bestehender Aktivitäten: Hier wurde ein spezieller, prominent platzierter Bereich für die Nachwuchsförderung auf den Internetseiten der DGPuK gefordert. Eine solche Unterseite mit allen wichtigen Informationen zum medien- und kommunikationswissenschaftlichen Nachwuchs gibt es seit etwa zwei Jahren. Darüber hinaus führen die beiden Nachwuchssprecher/innen noch einen sehr gut gepflegten Twitter– und Facebook-Account und verschicken seit November 2013 zudem Rundbriefe an alle interessierten Nachwuchswissenschaftler/innen. Und schließlich wurde auf Initiative von Christian Schäfer und Corinna Oschatz eine regelmäßige Dissertationsübersicht in der Fachzeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft organisiert.

Institutionalisierung der Nachwuchsförderung: Vorgeschlagen wurde hier die Benennung eines Ansprechpartners für Belange des Nachwuchses im DGPuK-Vorstand sowie die Einrichtung eines Nachwuchssprecher/innen-Amtes. Auch auf diese Vorschläge wurde vorbildlich eingegangen: Schon im Mai 2011 wurden Melanie Magin und Sven Engesser ins Nachwuchssprecher/innen-Amt gewählt und dort zwei Jahre später für weitere zwei Jahre bestätigt. Unterstützt wurden sie von Oliver Quiring als direkter Ansprechpartner im Vorstand. Die Institutionalisierung hörte bei diesen beiden Zuständigkeiten jedoch nicht auf: Der Nachwuchs selbst organisierte sich intern weiter, richtete zum Beispiel eine Nachwuchskommission ein, die ein Selbstverständnispapier inkl. eigener Geschäftsordnung erarbeitete; gründete eine geschlossene Facebook-Gruppe, in der sich seither Doktorandinnen und Doktoranden über ihre Arbeit austauschen; und rief in Abstimmung mit dem Vorstand nun kürzlich auch eine AG Promotion und Habilitation ins Leben, in der Isabelle Borucki, Annekatrin Bock, Denise Sommer und ich eine Übersicht über die Promotions- und Habilitationsverfahren im Fach erarbeiten sollen. Ein erstes tolles Ergebnis dieser internen Organisation war die auf der letzten DGPuK-Jahrestagung beschlossene Änderung der Kriterien für eine DGPuK-Mitgliedschaft. Die Nachwuchskommisson hat dazu in langer Vorarbeit einen Antrag formuliert, der die Hürde für eine solche Mitgliedschaft durchlässiger für Nachwuchswissenschaftler/innen machen sollte. Dies ist also gelungen, die Mitgliedschaftskriterien wurden bereits angepasst. Ein weiteres Ergebnis zeigt sich in der Herausbildung zahlreiche Nachwuchsnetzwerke, die innerhalb der verschiedenen DGPuK-Fachgruppen mit Workshops und Kolloquien die Forschung des Nachwuchses fördern. Sie werden begleitet durch eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen, die die Fachgruppen für ihren jeweiligen Nachwuchs ins Leben gerufen haben. Um diese Nachwuchsarbeit auf allen Ebenen besser zu koordinieren und aufeinander abzustimmen, hat der DGPuK-Vorstand im Februar 2013 ein entsprechendes Papier dazu veröffentlicht.

Modifikation bestehender Aktivitäten: Hier wurde von der AG Nachwuchsförderung vorgeschlagen, die bisherigen Aktivitäten (Zuschüsse für Nachwuchs der Fachgruppen, Mentoring, individuelle Zuschüsse zu Konferenzreisen, Preis für bestes Nachwuchspaper, Dissertationspreis, Transfer) im Prinzip beizubehalten und nur in einigen Punkten zu modifizieren. So sollten die Gebühren für eine Teilnahme an den Jahrestagungen für »Nicht-Mitglieder auf halben Stellen« vergünstigt und die Vergabe von individuellen Zuschüssen zu Konferenzreisen von dem Eigenbeitrag des Instituts entkoppelt werden. Der erste Punkt ist lobenswerterweise zur gängigen Praxis geworden; auch die finanzielle Förderung u.a. in Form der genannten Preise ist erhalten geblieben. Die Bezuschussung von Konferenzreisen hingegen ist gänzlich weggefallen. Nachdem dies auf der DGPuK-Mitgliederversammlung bereits kritisiert wurde, beschäftigt sich nun die Nachwuchskommission intensiver mit diesem Thema.

Neue regelmäßige Aktivitäten: Vorgeschlagen wurden unter diesem Punkt die Einrichtung eines »DGPuK-Doktorandentages« und eines »Post-Doc-Kolloquiums« sowie die Etablierung eines »Empfangs neuer und künftiger (!) Mitglieder bei der DGPuK-Jahrestagung«. Alle diese Punkte wurden – wenn auch modifiziert – umgesetzt: So gab es 2012 in Mainz den ersten DGPuK-Nachwuchstag, der zweite folgt noch in diesem Jahr in Berlin. Hinzu kommen Nachwuchsfenster auf den Jahrestagungen sowie insbesondere durch die Nachwuchsnetzwerke organisierte Kolloquien. Eine gesondertes Post-Doc-Kolloquium ist mir noch nicht bekannt und sollte ggf. von der Nachwuchskommission noch einmal diskutiert werden. Der Empfang neuer Mitglieder findet im Rahmen der Jahrestagungen statt. Künftige Mitglieder, die der AG Nachwuchsförderung so wichtig waren, werden bislang noch nicht berücksichtigt.

Neue einmalige Aktivitäten: Hier regte die AG Nachwuchsförderung drei einmalige Aktivitäten an, von denen zwei bislang allerdings noch unerfüllt blieben. Eingelöst wurde bisher nur die vorgeschlagene »Befragung von Postgraduierten«, die Melanie Magin und Sven Engesser im März und April 2012 durchgeführt haben und deren Ergebnisse im Mai 2012 auf dem DGPuK-Nachwuchsfenster erstmalig vorgestellt und im Aviso 55 (S. 18) kurz diskutiert wurden (eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse erfolgt noch in diesem Jahr in der Publizistik). Die ebenfalls geforderte Aviso-Schwerpunkt-Ausgabe zum Thema „Nachwuchs“ sowie die vorgeschlagene Bedarfprognose für Professuren im Fach fehlen hingegen. Auch hier könnte die Nachwuchskommission in ihrer weiteren Arbeit nachfassen.

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