Das soziale Fernsehen

socialtv

Cover-Ausschnitt des Programmberichts 2012 // Gestaltung: ROSE PISTOLA GmbH

Mitte April haben die Medienanstalten ihren neuen Programmbericht 2012 (pdf, 5mb) vorgelegt. Neben der Ergebnispräsentation der kontinuierlichen Fernsehprogrammforschung gibt es auch diesmal wieder ein Kapitel ›Streitpunkte – Standpunkte‹, das sich mit aktuellen Entwicklungen in der Fernsehbranche auseinandersetzt. In diesem Jahr ist es überschrieben mit ›Fernsehen und soziale Netzwerke‹. Unter dem Titel ›Das soziale Fernsehen‹ habe ich dazu ein kurzes Essay über die Formen, Chancen und Herausforderungen des Social TV geschrieben. 

Social TV definiere ich dabei in erster Linie als »Verbindung sozialer Online-Medien mit der Ausstrahlung von meist linearen Fernsehinhalten« (S. 193), die sich auszeichne durch »erstens die Selektion und Filterung von Fernsehinhalten nach vorrangig sozialen Kriterien, zweitens die Herausbildung von Themenöffentlichkeiten um solche Inhalte herum, drittens eine aktive Partizipation der Zuschauer an diesen Themenöffentlichkeiten sowie am aktuellen Fernsehprogramm und/oder viertens die Möglichkeit für die Inhalteanbieter, über einen Rückkanal ein direktes Feedback zu erhalten« (S. 194).

Die zentrale These ist, dass das soziale Fernsehen als bisher innovativste Spielart der Durchdringung von Fernsehen und Internet Herausforderung für alle Beteiligten – von den Geräteherstellern und Inhateanbietern über die Plattformbetreiber bis zu den Nutzern – bereithält. Und dass sich diesen Herausforderungen mit Blick auf die Herausforderungen der jeweils anderen Stakeholder gestellt werden muss, wenn das Projekt Social TV erfolgreich sein soll.

Für bemerkenswert halte ich schließlich die Beobachtung, dass der entscheidende Impuls für die Entwicklung hin zum sozialen Fernsehen auf neue Formen der Mediennutzung zurückzuführen ist, konkret die Nutzung sozialer Online-Netzwerke und eines Second Screens: Ich halte es für keinen Zufall, »dass gerade die Trennung von Fernseh- und Internetnutzung auf zwei verschiedene Geräte zu einer stimmigen Kombination der linearen Fernsehinhalte mit der Vernetzung des Internets führte – eine Entwicklung, die die Bemühungen der Gerätehersteller, die Internetnutzung in die Nutzung des Fernsehgeräts zu integrieren, konterkariert.« (S. 195)

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Ein Gedanke zu „Das soziale Fernsehen

  1. Sven

    Die Fernsehanstalten sind in diesem Bereich ja sowieso Jahr in der Entwicklung zurück. Das Internet ist ja schon dabei dem Fernsehen „Marktanteil“ am Freizeitkuchen der Menschen wegzunehmen. Fernsehen und Internet wird immer mehr miteinander verschmelzen, bin schon gespannt gespannt wie das ganz z.B. in 5-10 Jahren aussehen wird.

    Antwort

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