Eine Erzählung ohne Folgen

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Foto: Alain Bachellier | flickr.com

Seit diesem Jahr hat die Kommunikationswissenschaft einen handfesten Plagiatsfall. Konnten die vielen Berichte über kopierte Textpassagen und fehlende Quellenangaben bisher noch aus sicherer Distanz, mit verschränkten Armen und geschüttelten Köpfen verfolgt werden, ist das Fach damit nun selbst betroffen. Die Fixierung auf die beteiligten Personen aber verstellt den Blick für strukturelle Probleme. Und so ist niemandem geholfen.

Die Geschichte kann so einfach sein: Um schnellstmöglich Karriere zu machen, habe sich eine junge Frau in kürzester Zeit eine Dissertation zusammenerschwindelt und damit erfolgreich promoviert. Kurz darauf erhielt sie eine Stelle an einer fremden Universität und verärgerte damit einen älteren Kollegen, der sich zuvor ebenfalls auf diese Stelle beworben und seinen Erfolg aufgrund seiner Freundschaft zum Stellenstifter bereits in trockenen Tüchern gesehen haben soll. Aus Enttäuschung über den Freund, aus Rache am Institutsleiter, der ihm damals angeblich aus Missgunst die Einstellung verweigerte, sowie aus Neid auf die junge Karrieristin habe er sich nun deren Dissertation vorgeknöpft und „die Dame“ gleich beim ersten Plagiatsfund an den öffentlichen Pranger gestellt.

So liest sie sich, die Erzählung von „der Betrügerin“ Nina Haferkamp, „dem Plagiatsjäger“ Stefan Weber, „dem Medienunternehmer“ Christoph Deutsch und „dem Institutsleiter“ Wolfgang Donsbach. Und ja, sie liest sich ausgesprochen gut so. Fraglich ist allerdings, ob es Sinn macht, sie so zu lesen; was sich daraus lernen lässt. Ich behaupte: Nicht viel. Vielmehr behindert diese Lesart eine hilfreiche Selbstreflexion des Faches.

Aber von vorne.

Am 7. Juli veröffentlichte der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber auf seinem Blog einen Beitrag, in dem er seiner jungen Fachkollegin Nina Haferkamp, damals frisch gebackene Junior-Professorin am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden, vorwarf, in ihrer Dissertation „Sozialpsychologische Aspekte im Web 2.0“ umfangreich plagiiert zu haben. Als ersten Beleg präsentierte er ein fünfseitiges Dokument, in dem er in tabellarischer Form Textauszüge aus ihrer Arbeit mit Quellen u.a. aus der Wikipedia verglich.

Nachdem Telepolis drei Tage später die Vorwürfe für einen kritischen Bericht über Juniorprofessuren aufgriff und Weber dann am 11. Juli noch einmal mit weiteren Textvergleichen nachlegte, hievte Bild.de seine Vorwürfe mit einer kurzen Meldung in die massenmediale Öffentlichkeit. Eine breite Diskussion des Falls in den überregionalen Medien blieb vorerst jedoch aus, lediglich regionale Medien und Weber selbst berichteten weiter. Erst als die TU Dresden, die sich in Person von Wolfgang Donsbach lange schützend vor Haferkamp stellte, in einer Pressemitteilung ankündigte, diese werde ihre Professur aus gesundheitlichen Gründen zum Monatsende niederlegen, griffen auch faz.netrp-online.de und Zeit Online die Geschichte kurz auf. Danach kehrte erst einmal Ruhe ein.

Enorme Unsicherheiten

Keine Ruhe hingegen lässt dieses Thema der TU Dresden, die – seltsamerweise mehr noch als die für Haferkamps Dissertation zuständige Universität Duisburg-Essen – unter starken Rechtfertigungsdruck geraten ist. So wurde kürzlich eine Podiumsdiskussion zum Thema „Plagiate in der Wissenschaft: Definitionen, Formen und Ursachen“ veranstaltet, zu der auch Stefan Weber als Teilnehmer eingeladen wurde. Obwohl Haferkamps Name dabei nicht einmal gefallen sein soll, so steht es in einem Bericht über die Diskussion, sei „erbittert gestritten“ worden.

Keine Ruhe lässt dieses Thema aber auch mir und vielen meiner Kolleginnen und Kollegen. Und ich gehe davon aus, dass wir damit in unserem Fach nicht alleine sind. Ebenso wie bei uns dürfte wohl in fast allen anderen medien- und kommunikationswissenschaftlichen Instituten in Deutschland, Österreich und der Schweiz darüber diskutiert worden sein, wie denn der Fall nun zu bewerten sei und welche Schlüsse man daraus zu ziehen habe.

Denn das Thema hat für enorme Unsicherheiten gesorgt. Wenn – wie in Dresden – „erbittert“ über die Definitionen, Formen und Ursachen von Plagiaten gestritten werden kann, scheint es offenbar keine klaren und nachvollziehbaren Bewertungskriterien zu geben. Fragen wie „Ab wann kann von einem Plagiat gesprochen werden?“ oder „In welchen Fällen fällt unsauberes wissenschaftliches Arbeiten wie stark ins Gewicht?“ sind nicht eindeutig und zufriedenstellend beantwortet; was zu dem grotesken Phänomen führt, dass einige Doktorandinnen und Doktoranden aus Angst vor formalen Fehlern ihre Dissertation vor Abgabe nochmals von einer Plagiat-Scan-Software überprüfen lassen (wollen), obwohl sie von sich wissen, ohne Täuschungsabsicht gearbeitet zu haben.

Personalisierte Erzählung

Das betroffene Fach aber, das sich gemeinsam der Klärung dieser offenen Fragen widmen sollte, schweigt zu Fall und Thema. Die vielen Diskussionen über Plagiate im Allgemeinen und die aktuellen Entwicklungen im Besonderen schaffen es – so mein Eindruck – nicht über die persönliche Gesprächsebene hinaus. Geführt werden Sie aus persönlichem Interesse, persönlicher Betroffenheit und persönlicher Verunsicherung heraus. In größeren Runden auf Institutsebene, bei Fachgruppen-Tagungen, im Vereinsblatt der Fachgesellschaft und auch auf dem Nachwuchstag war und ist dieses Thema keines. Bisher zumindest.

Zum einen mag das daran liegen, dass der Fall Haferkamp durch die andauernde Prüfung ihrer Dissertation noch immer nicht abgeschlossen ist. Andererseits hat dies aber auch viel mit der eingangs beschriebenen Erzählung zu tun. Dort nämlich spielen das Fach und der Wissenschaftsbetrieb überhaupt so gut wie keine Rolle. Zwar hat sich Weber ab und an darum bemüht, den Fall auch als Problem des „Establishments“ zu labeln, an der starken Personalisierung hat aber auch er seinen Anteil: Denn die häppchenweise Veröffentlichung der Vorwürfe und Belege bediente in erster Linie eine Medienlogik, die seither die wissenschaftsinterne Auseinandersetzung mit dem Fall überschattet und – wie oben beschrieben – eine offene Diskussion im Fach behindert. Die Podiumsdiskussion in Dresden und der Blogbeitrag von Thomas Hartung sind hier vorbildliche Ausnahmen.

Insofern ist die Verunsicherung insbesondere des kommunikationswissenschaftlichen Nachwuchses zu einem großen Teil auch auf Webers für viele schwer nachvollzieh- und dadurch unberechenbare Vorgehensweise zurückzuführen: Sein Verzicht auf eine „stille“ Erstprüfung der Kritik durch die zuständigen Gremien, der schnelle Schritt in die Öffentlichkeit und die apodiktische Aggressivität seiner Kommunikation über und gegenüber Haferkamp und der TU Dresden ließen der von ihm Angeklagten nicht den Hauch einer Chance. Mag sein, dass er auf die Wissenschaftlerin Haferkamp abgezielt hatte, getroffen hat er die ganze Person. Und das hinterlässt Spuren. Dass die Gründe für ihren Rücktritt auch gesundheitliche waren, dem kann getrost Glauben geschenkt werden.

Andererseits haben aber auch die vielen Unterstellungen bzgl. Webers Motiven, die Einschätzungen und Bewertungen seiner Charakterzüge und die Anfeindungen gegen ihn bspw. in den Kommentaren seines Blogs den Blick für die strukturelle Dimension dieses Falls getrübt. (Und dürften obendrein auch die Person Weber nicht unberührt gelassen haben.) Ihn als neidischen, rachsüchtigen und öffentlichkeitsgeilen Querulanten darzustellen, mag vielen bei der Einordnung der Geschehnisse helfen, aber auch diese Darstellung tut so, als handele es sich hier lediglich um eine Fehde zwischen zwei, drei oder vier Personen. Dies aber ist zu kurz gedacht.

Das betroffene Fach

Denn wie die oben beschriebenen Unsicherheiten zeigen, ist das ganze Fach betroffen. Aus diesem Grund muss die Gegenüberstellung „Weber vs. Haferkamp/Donsbach/Deutsch“ endlich in den Hintergrund treten und der offenen Diskussion im Fach über die Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens sowie über die strukturellen Ursachen für Plagiate und andere Täuschungsversuche Platz machen.

Weder ist zufriedenstellend geklärt, in welchen Fällen ein Plagiatsvorwurf gerechtfertigt ist und in welchen Fällen nicht; noch wird nicht offen darüber diskutiert, wie wichtig dem Fach denn nun ein bis ins letzte Detail selbstständig erarbeiteter Theorieteil für empirische Arbeiten ist. Der aktuelle Fall muss außerdem zum Anlass genommen werden, die aktuellen Praktiken der Anfertigung und Bewertung von Doktorarbeiten im Fach zu hinterfragen; und auf dieser Basis dann den Umgang mit öffentlichen Angriffen und einer wissenschaftsinternen Prüfung vorgreifenden Verurteilung problematisieren.

So lange die Kommunikationswissenschaft ebenso wie viele andere Fächer keine festen Standpunkte zu diesen Themen entwickelt und sich nicht in die öffentliche Diskussion mit einbringt, so lange werden einzelne Personen mit diesbzgl. klar(er)en Vorstellungen und Überzeugungen die öffentliche Deutungshoheit und Bewertungsmacht über die im Fach angefertigten Publikationen haben.

Und das ist ein zutiefst unbefriedigender Zustand.

Disclosure: Ich habe Nina Haferkamp während meiner Studienzeit in Münster persönlich kennen gelernt. Wir sind auf Facebook miteinander befreundet. Ihre Dissertation kenne ich nicht. Stefan Weber ist mir bisher nur durch seinen Herausgeberband „Theorien der Medien. Von der Kulturkritik bis zum Konstruktivismus“ bekannt. Ich finde, es ist ein ausgesprochen gutes Buch.

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6 Gedanken zu „Eine Erzählung ohne Folgen

  1. _scs

    der ZEIT sagt Donsbach: „Die Stellen, von denen Weber spreche, lägen ausschließlich im Theorieteil der Arbeit – keinesfalls aber im empirischen Bereich, wo der Kern der wissenschaftlichen Leistung liege.“ In diesem Rahmen könnte das Fach wirklich über den Stellenwert theoretischer Arbeit als Bestandteil wissenschaftlicher Forschung nachdenken, da stimme ich vollkommen zu.

    Antwort
    1. Wolfgang Donsbach

      Eine erfreulich sachliche Darstellung, die genau in die richtige Richtung geht (Kriterien festlegen – und zwar nach rationaleren und funktionaleren Maßstäben es Stefan Weber tut!). Ich würde allerdings eine Einschränlkung machen: Wir sollten nicht so tun, als sei dies ein spezifisches Problem unseres Faches Kommunikationswissenschaft. Ich bin sicher, dass andere Sozial- und noch mehr die Geisteswissenschaften eine zumindest ähnlich große Veranlassung hätten, sich über Textqualitäten (einschließlich des „Plagiats“) zu verständigen. Diese fatale Unart, dass man denkt zeigen zu müssen, auch noch den letzten Autor am weitest entfernten Rand des eigenen Themas nennen zu müssen – statt souverän und mit eigenen Worten über den Theoriestand zu schreiben – ist ein Kern des Problems.
      Wolfgang Donsbach

      Antwort
  2. strippel Autor

    Vielen Dank für die beiden Kommentare! Tatsächlich ist wissenschaftliches Fehlverhalten kein exklusives Problem der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Dennoch sollte klar geworden sein, dass sich auch unser Fach damit intensiv(er) auseinandersetzen muss. Sicher lässt sich dabei aus dem Umgang der anderen Sozial- und Geisteswissenschaften mit Plagiaten etc. etwas lernen. Im Nachgang dieses Beitrags bin ich dankenswerterweise auf die Video-Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion hingewiesen worden, die vor sechs Jahren in Salzburg veranstaltet wurde. Hier gibt es bereits viele hilfreiche Hinweise für die Formulierung klarerer Kriterien. Die Einrichtung einer „AG Plagiate“ hat mir ebenfalls sehr gefallen. Hier der Link: http://unitv.org/beitrag.asp?ID=96. Über weitere Hinweise auf ähnlich hilfreiches Material würde ich mich sehr freuen!

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  3. strippel Autor

    Ergänzend zu der Feststellung, dass die Kommunikationswissenschaft nicht das einzige Fach ist, das sich mit wissenschaftlichem Fehlverhalten auseinandersetzen muss, hat mich Brigitte Huber (IfPuK Wien) auf einen Kommentar der Wissenschaftsforscherin Ulrike Felt hingewiesen, in dem diese aufzeigt, dass auch der Umgang der Kommunikationswissenschaft mit solch einem Fehlverhalten nicht beispiellos ist. Unter dem Titel „Die plötzliche Sorge um wissenschaftlichen Betrug“ schreibt sie: „Die Reaktionen von Seiten wissenschaftlicher Institutionen im Rahmen der Aufarbeitung solcher Betrugsfälle wiederholen sich stereotyp und bestehen in einem vier-stufigen Ritual welches ich als ‚Cleaning the house of science‘ benennen möchte“ (S. 2): http://sciencestudies.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/dep_sciencestudies/pdf_files/publikationen/felt_wissenschaftlicher_betrug_reprint_March2010.pdf

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  4. bk

    Ich hoffe, der Verfasser und die Kommentatoren stimmen mit mir überein, dass man Folgendes unterscheiden müsse (und ich damit spiele nicht unbedingt auf die Vorzüge und Schwächen einzelner konkreter Arbeiten an, sondern auf die geforderten möglichst klaren Beurteilungskriterien):
    a) die Angabe von Quellen bei wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen, sofern eben gerade nichts hinzuzufügen hat (aus Ehrerbietung, zwecks Zurechnung von Leistungen, als Service für Leserinnen und Leser, oder wie auch immer man diese Norm rechtfertigt), und
    b) die souveräne Zusammenfassung eines Forschungsstandes in dem Sinne, dass man dabei nicht an den Texten einzelner Autorinnen und Autoren klebt, sondern selbst eine Einschätzung vornimmt, die so noch nicht bereits vielfach verbreitet wurde. Wenn man das liefert, kann man es sich auch sparen, kleinlich allerhand einzelne Quellen zu nennen, die diesem Gesamtbild nichts hinzufügen und nur demonstrieren, was man alles gelesen hat.
    Ferner:
    a) eine Arbeit, die sich dazu bekennt, dass ihr Schwerpunkt ein empirischer ist, die dann zumindest den Forschungsstand derart wiedergibt (wie wenig eigenständig auch immer, sondern sehr entlang existierender Einzelstudien und Zusammenfassungen), dass man erkennen kann, was denn nun empirisch neu ist,
    b) eine Arbeit, die eine gewisse Unlust (oder Mangel an Zeit, Energie, Kompetenz oder was immer) erkennen lässt, sich überhaupt mit so etwas wie Theorie oder Forschungsstand zu befassen und wo demnach der „Theorieteil“ alibimäßig vor den empirischen geklebt ist und nachlässig ausgeführt ist (auch, aber nicht nur, formal nachlässig, z.B. sehr sparsam mit präzisen Nachweisen umgehend, sehr uninspirierte Paraphrasen bietend usw.) – ein Ärgernis, wenn das nicht von vornherein erkennbar ist, und man sich Theoriebildung oder zumindest einen aktuellen Literaturüberblick erwartet, und
    c) eine Arbeit, welche die in unserem Fach an manchen Stellen sicher nötige Theoriebildung voranbringt, indem sie mehr ist als die Anhäufung noch so verdienstvoller empirischer Befunde, die dann aber ohne Einordnung bleiben oder sich nur immer neu aus unreflektierten Alltagstheorien speisen und in ihrem Lichte wieder interpretiert werden (gute, weil reflektierte, konsistente und ideenreiche Empirie ist ohne etwas Theorie praktisch nicht zu haben) – so dass man fast fordern müsste, gerade Dissertationen müssten ein klein wenig Theoriearbeit doch bieten können, weil das eine notwendige Kompetenz des wissenschaftlichen Nachwuchses und ein Desiderat in vielen Forschungsfeldern ist.
    Ich hoffe also zusammengefasst, dass aus den Stellungnahmen kein Abschätzigkeit gegenüber Theoriearbeit spricht, sondern man auch Gütekriterien für diese müssten benennen können, und für die Integration von Theorie und Empirie. Ferner müsste man eben diskutieren, ob eine Dissertation, die hieran allzu sehr spart, die Befähigung beweist, das Fach in einer immer noch zu fordernden gewissen Breite zu vertreten (noch einmal, nicht auf einzelne Personen gemünzt).
    (Ich bin relativ unbesorgt, dass die anderen Diskussionsteilnehmer mit mir übereinstimmen, dass man außerdem unterscheiden müsse zwischen
    a) der Vorgehensweise, ein angebliches Plagiat erst einmal zur Gänze von den zuständigen oder noch zu schaffenden Gremien nach geordneten Verfahren prüfen zu lassen und anschließend, bzw. wenn die Gremien dabei versagen, mit sachlichen Informationen an die Öffentlichkeit oder Fachöffentlichkeit zu treten, um eine rationale Diskussion zu suchen (über den Sachverhalt, die Beurteilungskriterien, die Gremienentscheidungen und weitergehende Konsequenzen), und
    b) der Vorgehensweise, häppchenweise, mit eher hämischen Formulierungen und skandalisierender, superlativischer Rhetorik entsprechende Fälle breitzutreten.)

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  5. _scs

    @bk:
    zu a) zitieren bei wörtlicher und sachgemäßer übernahme von geistiger leistung anderer ist das, was wir unseren studis auch im ba schon mantra-mässig mitgeben, ich vermute also ja, hier stimmen dir bestimmt alle zu. dient nicht nur dem tribut an die leistung der älteren (wie im hiphop), sondern auch dem beleg dafür, dass das geschriebene nicht nur eine reine behauptung ist (soviel auf die schnelle zur norm-frage).
    zu b) den forschungsstand möglichst nicht nur als summary zusammenzufassen, sondern sich auch kritisch damit auseinanderzusetzen und auf die neue perspektive hinarbeiten, die man mit seiner originären wissenschaftlichen leistung in der doktorarbeit ja liefern soll, könnte hier auch von vorteil sein. über das stadium „wie schreibe ich eine zusammenfassung“ ist man ja irgendwie hinaus und idealerweise in der lage, seine eigenen gedanken und hinterfragungen bzw. interpretationen und auch etwas mutigere begründete bewertungen und einordnungen zu formulieren. also auch hier d’accord. empirische studien sind ja immer auch zugleich quellen der zeitgeschichte.
    zu c) klar, verzahnung von empirie und theorie ist ein weiteres mantra aus der ba-lehre, also auch hier zustimmung. wobei das, meiner einschätzung nach und noch aus dem eigenen studium heraus, manchmal zu kurz kommt, was zu eher deskriptivem als analytischem arbeiten führt. hier gibts also m. e. ne baustelle im fach.

    Antwort

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