Wozu Social Media?

Warum Wissenschaftler/innen soziale Medien nutzen sollten, das ist ja schon groß und breit erklärt worden. Für mein Institut habe ich kürzlich einmal aufgeschrieben, wozu der Einsatz von Social Media auch auf Institutsebene sinnvoll sein kann. Vorgestellt und diskutiert werden Wikis, Blogs, Twitter und Facebook.

Zusammenfassung: Wikis dienen dem internen Wissensmanagement, zentralisiert sowie mit Archiv-, Such- und Verweis-Funktion. Über Blogs kann die Forschung und Lehre am Institut aktuell und sehr flexibel präsentiert werden. Twitter ermöglicht eine aktive Außendarstellung sowie die Beteiligung an Themenöffentlichkeiten. Facebook bietet sich schließlich an als dialogisches Angebot für (potenzielle) Studierende in deren Nutzungsumfeld.

Wikis

Bekannt geworden sind Wikis durch die Online-Enzyklopädie Wiki­pe­dia. In erster Li­nie dienen sie der gemeinschaftlichen Arbeit an Texten und sind damit ein ideales Instrument für ein kollaboratives Wissensmanagement im Organisationskontext. Mit ihrer Hilfe können mehrere Personen ohne viel Aufwand Online-Doku­mente anlegen, bearbeiten und miteinander verknüpfen. Das Ergebnis wird dann als einfache Website mit Querverweisen und Such-Funktion dargestellt.

Für ein Institut ist die Einrichtung eines Wikis äußerst gewinnbringend. Das auf viele Personen verteilte Wissen kann zusammengeführt und für alle zentral zugänglich gemacht werden. So wird doppelte Arbeit (z.B. Recherche von Verwaltungsabläufen, Kontakten, Formularen) vermieden, vorhandenes Wissen bereitgestellt, abgeglichen, ergänzt und korrigiert sowie das Lernen bestimmter Prozesse und In­stitutionen (Gremienarbeit) für neue Mitarbeiter/innen erheblich erleichtert.

Da­neben haben Wikis z.B. gegenüber dem Austausch von Anleitungen, Protokollen oder Listen per Email oder der Ablage in digitalen wie analogen Ordnern (z.B. im Intranet) den Vorteil der Übersichtlichkeit (insbesondere durch die Such-Funktion), der einfachen Archivierung und Verknüpfung des Wissens, der schnellen Bearbeitung und der Dokumentation der einzelnen Bearbeitungsschritte im Hintergrund.

Kollaboratives Wissensmanagement funktioniert jedoch nur so gut wie die Be­teiligten auch zur Weitergabe und Do­kumentation ihres Wissens bereit sind. Insofern muss Zeit investiert werden, Kosten entstehen darüber hinaus keine. Der größte In­vestitionsbedarf be­steht bei der ersten Eingabe der Texte und Tabellen. Mit der Zeit reduziert sich die Arbeit aber vor allem auf deren Aktualisierung. Dennoch dürfte das Wiki bereits mittelfristig mehr Zeit einsparen als fordern.

Blogs

Ein Blog ist eine Webseite, für die regel­mäßig Beiträge publiziert werden. Ursprünglich wurden Blogs als private Online-Tagebücher geführt, inzwischen sind sie auch zu einem Instrument der Organisationskommunikation vieler Unternehmen geworden, die so ihre Kunden, Partner etc. mit Informationen versorgen. Durch die Möglichkeit zur einfachen Kommentierung der publizierten Beiträge durch die Leser/innen haben sich Blogs auch im professionellen Umfeld ihren dialogischen Charakter erhalten.

Im akademischen Kontext eignen sich Blogs für Beiträge, für die das recht statische Angebot einer Homepage eher ungeeignet ist, die z.B. aufgrund ihrer Aktualität aber auch in großen Publikationen keinen Platz finden. Darunter fallen bspw. Forschungs- und Kongressberichte, Meinungsbeiträge oder Artikel über Studienreisen. Die Zielgruppe definiert sich dabei in erster Linie über thematisches Interesse, sodass die wissenschaftliche Community ebenso angesprochen wird wie Studierende, fachfremde Wissenschaftler, Mitarbeiter oder eine interessierte Öffentlichkeit.

Auf diese Weise können Blogs im Sinne ergänzender Öffentlichkeitsarbeit einen Einblick in Forschung und Lehre verschaffen sowie im Austausch mit den Lesern nützliche Hinweise einholen. Dabei zeichnen sich Blogs insbesondere durch den weniger offiziellen Charakter aus. Für die Leser/innen haben Blogs den Vorteil, dass sie sich per RSS-Feeds abonnieren und dadurch in die alltägliche Mediennutzung besser einbinden lassen.

Auf Institutsebene wäre z.B. an einen Blog zu denken, den alle Mitarbeiter/innen gemeinsam führen. Auf diese Weise kann die Regelmäßigkeit der Beiträge auf mehrere Personen verteilt werden. Ein Instituts-Blog ist zudem eine Seltenheit und würde entsprechend viel Aufmerksamkeit generieren. Investiert werden müsste etwas Zeit in Absprachen, was und wie oft über den Blog publiziert wird; sowie später selbstverständlich in das Schreiben der Texte.

Twitter

Bei Twitter handelt es sich um einen Microblogging-Dienst, einer Mischung aus Blog-Angebot und sozialem Netzwerk. Ebenso wie bei Blogs können Beiträge ohne großen Aufwand publiziert, von anderen abonniert und kommentiert werden. Die Besonderheit ist die Begrenzung aller Beiträge auf 140 Zeichen, die den Nutzer/innen das Lesen mehrerer solcher Mikroblogs ermöglicht. Da­durch sowie durch die Kommentarfunktion entsteht ein soziales Netzwerk mit stetem Informationsfluss.

Die Nutzung dieses Dienstes ermöglicht einem Institut, sich aktiv in den Informationsfluss interessierter Abonnent/innen einzubringen. Twitter ist damit eine Ergänzung zu dem bereits vorhandenen Informationsangebot eines Instituts und zielt vorrangig auf die aktive Distribution von Informationen und deren Einbindung in das alltägliche Mediennutzungsumfeld interessierter Nutzer/innen ab.

Über bestimmte Begriffe – so genannte Hashtags – kann sich zudem an Themenöffentlichkeiten beteiligt und die Forschung und Lehre des Instituts Personen aus Politik, Wirtschaft und Journalismus, die dort breit vertreten sind, gezielt vorgestellt werden. Investiert werden muss etwas Zeit zur Pflege des Accounts.

Facebook

Auch Facebook kann von einem Institut gewinnbringend eingesetzt werden. In erster Linie ist hier an ein Service-Angebot für Studierende und Studieninteressierte zu denken, das zur Ergänzung der Studienberatung und –informa­tion eingesetzt wird. Da die Zielgruppe fast vollständig in diesem Netzwerk vertreten ist, dürfte ein solches Angebot auf große Nachfrage stoßen.

Ein Engagement in diesem Sozialen Netzwerk hat Vorteile sowohl für das Institut als auch für die (potenziellen) Studierenden. Seitens des Instituts kann die Studienberatung vor Ort entlastet werden, da manche Fragen schnell und leicht über Facebook beantwortet werden können. Zu­dem kann sich das Institut mit seinem Studienangebot in diesem Umfeld präsentieren und für sich werben.

Für die (potenziellem) Studierenden ist ein Einsatz ebenfalls hilfreich: Sie können aktuelle Studien- und Lehrinformationen des Instituts leicht in ihre alltägliche Mediennutzung einbinden, die Transaktionskosten für Nachfragen niedrig halten und sie haben eine Plattform für wichtiges Feedback.

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